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Anleitung zum Ausarbeiten und Trimmen

3 Min.·
Inhaltsverzeichnis

Anleitung zum Entformen, Beschneiden und Finieren von transparenten Alignern und Retainern aus thermogeformten Zendura-Folien – zusammengefasst aus den offiziellen Gebrauchsanweisungen der einzelnen Materialien.

Das Randdesign hat weit größeren Einfluss als viele Behandler annehmen: Unabhängige Studien belegen, dass der Randverlauf die Retention der Schiene stärker bestimmt als Komposit-Attachments – siehe Klinische Evidenz für die entsprechende Studie.

Entformen der Schiene vom Modell
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Polyurethan passt sich dem Modell exakt an. Ein gerader vertikaler Zug kann Gips- oder 3D-Druck-Zahnstümpfe abbrechen. Entformen Sie daher stets schrittweise:

  1. Im Seitenzahnbereich anheben. Ein flaches, stumpfes Instrument (z. B. ein LeCron-Modellierinstrument oder Labormesser) parallel zur Modelloberfläche unter den hinteren lingualen oder bukkalen Schienenrand schieben.
  2. Vakuum lösen. Das Instrument leicht drehen, um die Saugleitung zu unterbrechen und den hinteren Rand anzuheben.
  3. Nach vorne abziehen. Die bukkalen und lingualen Ränder leicht nach außen spreizen, um Unterschnitte zu überwinden, und die Schiene langsam von posterior nach anterior abziehen.

Randgestaltung (Margindesign)
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Drei Schnittführungen sind gebräuchlich, geordnet nach klinischer Präferenz:

  • Gerader Schnitt 2 mm oberhalb des Gingivasaums – das Design mit der höchsten Retention. Unabhängige Tests (Cowley, Mah & O’Toole, JCO 2012) ergaben ohne Attachments etwa die doppelte Retention im Vergleich zu einem girlandenförmigen Schnitt und mit Attachments mehr als die vierfache Retention.
  • Gerader Schnitt auf Höhe des Gingivasaums – ein ausgewogener Mittelweg.
  • Girlandenförmiger Schnitt entlang des Zahnfleischrands – ästhetisch unauffällig, jedoch mit der geringsten Retention.

Unabhängig vom gewählten Design sollten mindestens 3 mm Gingivaabdeckung erhalten bleiben, um die strukturelle Steifigkeit und Kraftübertragung der Schiene zu wahren.

Beschneiden
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  1. Grobschnitt. Die tiefgezogene Schiene mit einer Dental- oder Schere aus dem Trägerrahmen heraustrennen.
  2. Präzisionsschnitt. Mit einem 1-mm-Hartmetallfräser oder einer rotierenden Trennscheibe am Handstück bei ca. 35.000 U/min exakt entlang der vorgezeichneten Schnittlinie trimmen.

Kantenpolitur und Finish
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  • Glätten mit Silikon- oder Gummipolierern. Mit rotierenden Silikon-/Gummipolierspitzen oder einer Polyurethanscheibe bei ca. 10.000 U/min Mikrografen entfernen – moderate Drehzahl verhindert ein Anschmelzen des Materials.
  • Feinjustierung. Eine feine Nagelfeile, Schmirgelpapier oder feines Schleifpapier eignen sich für schnelle manuelle Korrekturen.
  • Passung prüfen. Die fertige Schiene muss fest auf dem Modell einrasten, plan auf allen Kauflächen aufliegen und an den Schneidekanten keine Luftspalte aufweisen. Verwenden Sie Aligner-Seater (Bissrollen) für einen festen Sitz bei der Einprobe.

Was Sie vermeiden sollten
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  • Niemals eine offene Flamme verwenden. Kanten von Zendura-Materialien niemals mit dem Mikrobrenner oder der Spiritusflamme abflämmen: Polyurethan zersetzt sich, vergilbt und verkohlt unter offener Flamme und kann Schadstoffe freisetzen. Bei mehrschichtigen Materialien (FLX, VIVA) führt Hitze zudem zur Delamination der Schichten.
  • Keine Bimsstein-Polierschlämme. Nasse Bimsstein-Politur auf Schwabbeln ist zu abrasiv – sie trübt die hochtransparente Oberfläche ein und kann den Schichtaufbau beschädigen. Nutzen Sie stattdessen trockene Silikonpolierer.
  • Niemals heißes Wasser verwenden. Heißes oder kochendes Wasser verzieht die tiefgezogene Schiene irreversibel.

Desinfektion vor der Übergabe
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Waschen Sie die fertig ausgearbeitete Schiene mit einer milden Seife (z. B. 2%ige Liquinox-Lösung) und spülen Sie sie vor der Übergabe an den Patienten gründlich mit kaltem Wasser ab. Pflegehinweise für den Patienten finden Sie unter Reinigung und Desinfektion.


Die verbindliche Fertigungsdokumentation finden Sie in den Gebrauchsanweisungen (IFU) des jeweiligen Materials.